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Additivsystem in der Kraftfahrtversicherung

Bisher

Das System aus Voll- und Teilkasko-Versicherung hat sich seit Jahrzehnten bewährt.

Problem

In diesem System treten am Rande einige Ungereimtheiten auf. Beispielsweise ist die Prämie in der Vollkasko-Versicherung bei bestimmten Fahrzeugtypen bei einem hohen Schadenfreiheitsrabatt niedriger als in der Teilkasko-Versicherung, obwohl dort weniger Leistungen versichert sind. Solche Ausreißer sind jedoch nicht der einzige Grund für die Änderung des Versicherungssystems.

In den letzten Jahren ist es den Versicherungsunternehmen gelungen in der Kraftfahrthaftpflicht- und Vollkasko-Versicherung massive Verluste einzufahren. Lediglich in der Teilkasko-Versicherung erwirtschaften die Unternehmen vertretbare Ergebnisse.

Dies wollen die Unternehmen nun ändern. Die Versicherer legen Wert darauf, die gesamte Kraftfahrtversicherung zu einem Verlustgeschäft für sich zu machen. Den Kunden sollte es freuen, zahlt er dadurch zunächst niedrigere Prämien.

Allerdings darf man ein Problem nicht übersehen. Bisher war es eine abstrakte Möglichkeit, daß ein Versicherungsunternehmen zahlungsunfähig wird. Bei der aktuellen Marktentwicklung kann durch die Aufzehrung der Substanz der Konkurs eines Versicherers, bevor dieser alle seine Versicherungsleistungen auszahlen konnten, eine realistische Alternative werden.

Neu

Der Gesamtverband der deutschen Versicherungswirtschaft hat eine unverbindliche Empfehlung ausgesprochen. Danach werden aus der bisherigen Teilkasko- und Vollkasko-Versicherung zwei neue Kasko-Bausteine gebildet. Diese heißen Grundkasko und Unfallkasko. Teilkasko und Vollkasko gibt es dann nicht mehr.

Die Grundkasko enthält die bisherige Teilkasko-Versicherung, ohne Wildschäden. Für den Versicherungsschutz der heutigen Vollkasko-Versicherung müssen dann Grund- und Unfallkasko abgeschlossen werden. Die Unfallkasko enthält den Versicherungsschutz für Kollisions-, Vandalismus- und Wildschäden.

Den Versicherungsunternehmen ist es freigestellt, diesen Vorschlag umzusetzen. Mit einer breiten Marktdurchdringung kann trotzdem gerechnet werden. Wegen der Einbindung der Datenverarbeitungs-Kapazitäten in EURO-Projekte wird mit den ersten Umsetzungen der neuen Kasko-Struktur nicht vor dem Jahr 2004 gerechnet.

 

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